Die DQHA Bayern veranstaltete einen interessanten Informations- und Diskussionsabend zum Thema PSSM. Als Referenten sprachen Dr. Bärbel Klein, sowie Dr. Verena Göttler. Wir freuen uns, dass die Zusammenarbeit zwischen DQHA Bayern und PHCG Bayern stetig wächst und berichten gerne von diesem Abend. Vielen Dank für den ausführlichen Artikel von Antonia Prohaska.
Fast 60 Interessierte hatten sich auf den Weg nach Langenbruck gemacht, um den Infoabend zum Thema PSSM der DQHA-Bayern zu besuchen. Albert Wagner, erster Vorsitzender in Bayern, war ebenfalls gekommen um die Anwesenden persönlich zu begrüßen. Mit der Organisation dieses Vortrags- und Diskussionsabends hat Ruth Kurvin, seit heuer Zuchtwartin der Regionalgruppe, bewiesen, dass sie ihren Job ernst nimmt. Sie möchte „informieren, sensibilisieren und zu verantwortungsvollem Umgang mit den züchterischen Aufgaben motivieren“, so Ruth Kurvin.
Als Referenten und Ansprechpartner waren Dr. Bärbel Klein, Tierärztin, DQHA-Zuchtrichterin und ebenso versierte wie bekannte Referentin der DQHA sowie Tierärztin Dr. Verena Göttler von der Pferdeklinik in Parsdorf als „Frau aus der Praxis“ geladen. Letztere konnte mit vielen verschiedenen Beispielen aus ihrer eigenen Erfahrung einen umfassenden Einblick in das Krankheitsbild von PSSM-Pferden geben. Neben leichten und schweren Fällen hatte es bei einem ihrer Patienten auch schon einen Todesfall gegeben.
Betroffene Pferdebesitzer berichten
Ein offenbar großer Anteil der Besucher war aus hautnaher Betroffenheit heraus gekommen. Es gab darunter Reiter und Züchter, die sich Pferde gekauft hatten, welche sich bei einem späteren Test als PSSM-positiv erwiesen sowie Hengstbesitzer, die „die Sache zuerst nicht für voll nahmen“, da ihr Hengst „noch nie irgendeine Krankheit, geschweige denn PSSM-Symptome“ gehabt hatte. Der mittlerweile „arbeitslose“ sehr betagte „nur noch Reit-Hengst“ hat mit seiner Krankheit nie Beschwerden gehabt und ist immer noch voll reitbar.
Andere Teilnehmer berichteten von schweren und schwersten Krankheitsschüben ihrer Pferde, trotz Diät und Vorsichtsmaßnahmen. „Es gibt keinerlei Erkenntnisse darüber, warum bei manchen Pferden die Krankheit ausbricht und bei anderen nicht. Auch zusätzliche Blutuntersuchungen und die Muskelbiopsie können keinen Aufschluss darüber geben ob und welche Schwere der Symptomatik ein Pferd entwickeln wird“, so Dr. Verena Göttler.
Im Einzelnen soll in diesem Bericht auf die Symptomatik und die Behandlungsmöglichkeiten nicht näher eingegangen werden, da auf zahlreichen seriösen Internetseiten, wie den Seiten der Testinstitute, der DQHA usw. , ausführlich und sachlich richtig darüber berichtet wird. Nur so viel: Man nimmt an, dass etwa 10% der Pferdepopulation davon betroffen sind, bei Haflingern und Kaltblütern geht man inzwischen sogar von bis zu 30% aus!
Weitreichende Folgen im Pferdemarkt
An diesem Abend wurde, neben dem Krankheitsbild selbst, für alle Teilnehmer die weitreichende Brisanz des Themas überdeutlich! „Haftet der Verkäufer eines PSSM -Pferdes bei späterem Bekanntwerden der Krankheit?“ -„Was ist, wenn ich einen Decksprung bezahlt habe und jetzt der Verdacht besteht, dass der Hengst positiv ist?“ – „Kann der Verband nicht alle Züchter zu einem Test zwingen?“ Diese Fragen und auch das Thema „Mobbing“ und „Fehlinformation“ im Internet, verdeutlichten die emotionale und wirtschaftliche „Bombe“, die hier verborgen ist.
Natürlich wurde auch der Verdacht geäußert, dass manche Züchter sich weigern einen Test überhaupt vorzunehmen, offenbar aus Angst vor der Wahrheit und ihren Folgen. Ganz zu schweigen von den eventuell existierenden „schwarzen Schafen“ die unangenehme Ergebnisse vielleicht verschwinden lassen könnten. Hierzu gab und gibt es nur zu sagen, keiner muss einen nicht getesteten Hengst buchen, keiner muss ein nicht getestetes Pferd kaufen! Der Markt hat auch eine Macht!
Tatsächlich tut sich eine Unzahl rechtlicher Fragen im Zusammenhang mit PSSM auf. Einige der Anwesenden berichteten von rechtlichen Schritten, die sie unternommen hatten. Dazu konnte man abschließend festhalten, dass die Entscheidungen von Richtern zu diesem Thema in keiner Weise vorhersehbar, manchmal auch nicht nachvollziehbar sind. Richter sind eben weder Genetiker noch Pferdemenschen und die gerichtlich bestellten Gutachter müssen offenbar nicht einmal Fachtierärzte sein.
Fluch und Segen:
Man muss sich wohl eingestehen, dass PSSM für die Pferdewelt eine echte Katastrophe ist … und der Gentest ein Segen!
Die Krankheit gab es schon lange, jetzt wissen wir endlich darüber Bescheid und wir haben erstmals die Chance sie aus den Zuchten zu eliminieren!
Die DQHA nimmt das Thema ernst und hat bereits deutlich reagiert: Auf den Stutenschauen, den Hengstkörungen und bei der SSA ist der PSSM-Test schon Vorschrift, über weitere Maßnahmen wird laufend beraten.
Bevor jedoch seitens der Zuchtverbände irgendwelche Maßnahmen greifen können, die jeweils lange Wege zur Abklärung und Durchsetzung gehen müssen, ist fachkundige Information und Verbreitung derselben die beste Möglichkeit, sich und andere vor wirtschaftlichem und emotionalem Schaden zu schützen!
Bei allem Ärger muss man sich auch darüber klar sein: Wir sind alle Opfer. Die Züchter, die Käufer, die Pferde. Wir sollten zusammen halten! Testet eure Pferde!
Danke für Euer Interesse!
Eure DQHA-Bayern (i.A. Antonia Prohaska – Presse & Internet)
Gentests gibt es z.B. bei:
- Laboklin (www.laboklin.de)
- Bei der AQHA als supergünstigen Sammel-Test für HYPP, PSSM, MH, GBED und HERDA
Der Test kostet nur $ 85 für Mitglieder! (www.aqha.com/News/News-Articles/02032012-Genetic-Testing.aspx)
Behilflich sind:
Bei der DQHA: Christa Wahre, Tel: 06021 – 58459-11 oder per Mail unter christa.ware@dqha.de Sie kann auch über den neuen AQHA Sammeltest Auskunft geben.
Für Pferde aller Rassen hat sich Andrea Höhnl vom ApHCG zur Unterstützung bereit erklärt. Sie ist unter Tel: 08457 9347024 oder unter service@aphcg.de zu erreichen.
